Der Schiffermast auf dem RathausplatzIm Jahr 2006 erschien in der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" ein umfassender Bericht über Neuburg, den wir Ihnen hier in Auszügen wiedergeben. Unter dem Titel "Neuburg - Das Dorf, das den Rhein überquerte" wurde der Ort auf einer ganzen Seite vorgestellt.

Die vollständige Seite können Sie sich als PDF-Datei ansehen. So hieß es ...

Neuburg schmiegt sich in eine Altrhein-Schleife und ist größtenteils umgeben von Wasser, Feldern und Auen. Der Rhein ist fast überall in Neuburg so nah, dass man an stillen Tagen die Motoren der Schiffe hören kann.

Unten am Rhein steht eine Bank, an der sich fast täglich einige ältere Herren treffen und den Schiffen beim Fahren zusehen. Und dabei wird jede Steuerbewegung registriert und kommentiert. Das liegt daran, dass viele der Männer gelernte Lotsen sind und früher selbst Schiffe durch den Rheinabschnitt bei ihrem Heimatdorf gesteuert haben.

In Neuburg hat fast jeder irgend etwas mit dem Fluss zu tun, erzählt Ortsbürgermeister Thorsten Pfirmann, was selbst an seinem eigenen Familiennamen abzulesen ist. Fischer waren sie, Schiffer und Lotsen, der eine oder andere auch Goldwäscher. Und eben auch Fährleute.

Eine Fähre gibt es noch, doch längst hängt nicht mehr alles vom Fluss ab. Die Neuburger arbeiten „beim Daimler" in Wörth, in Baden-Württemberg oder in benachbarten Orten. In Neuburg selbst gibt es ein kleines Industriegebiet, doch die ganz großen wirtschaftlichen Sprünge sind nicht zu machen. Fast zu allen Seiten ist Neuburg von Landschaftsschutzgebieten umgeben.

Rheinufer-BefestigungNach Südosten schützt sich Neuburg gegen den Rhein, der zwar schon seit längerer Zeit nicht mehr bis ins Dorf gekommen ist, aber bei Hochwasser noch immer Schaden anrichten kann, wenn er in der Polderfläche zwischen Neuburg und Berg Wiesen und Felder überflutet. Der Hochwasserschutz wird für die Neuburger immer eine der wichtigsten Aufgaben bleiben.

Darüber hinaus ist Neuburg als ruhige und idyllische Wohngemeinde attraktiv, denn die Voraussetzungen sind da: eine vierzügige Grundschule, ein funktionierender Jugendtreff - und über 30 Vereine. Drei davon sind Angelvereine, für das naheliegende Lieblingshobby der Neuburger. Rund 300 der 2700 Bürger sind als aktive Angler in den drei Clubs organisiert - und zwei Mal im Jahr, im Juli und August, steigen Fischerfeste im Dorf. Eine gute Gelegenheit für Auswärtige und Einheimische, die lokalen Spezialitäten aus dem Wasser zu verkosten.

Gewisse charmante Eigenheiten sind dem Dorf bis heute erhalten geblieben. Dazu gehört zum Beispiel der Dialekt, der mit so gut wie nichts vergleichbar ist, was man sonst in der Pfalz zu hören bekommt. Das hat mit der bewegten Neuburger Vergangenheit zu tun, denn Neuburg liegt heute gar nicht mehr dort, wo es einst gegründet wurde - diese Stelle ist heute nämlich am anderen Rheinufer, auf badischem Gebiet. Neuburg hat im Laufe der Jahrhunderte nicht nur mehrfach den Besitzer und die staatliche Zugehörigkeit gewechselt, sondern sogar das Rheinufer. Wer hierzu mehr wissen möchte, der kann sich im Rheinaue-Museum anhand historischer Karten und Dokumente informieren.

Rheinfähre Baden-PfalzAls Ausflugsziel ist Neuburg auch außerhalb der Festwochenenden attraktiv - wegen seines reizvollen Ortsbildes, das zum Verweilen einlädt, vor allem aber wegen seiner Badegelegenheit. Der Epple-See im Naherholungsgebiet Derrück gehört zu den stärksten Anziehungspunkten des Dorfs. Hier können sich beispielsweise auch Radier abkühlen, die auf dem deutsch-französischen Pamina-Radweg „Rheinauen" unterwegs sind. Für diesen Radwanderweg stellt das Dorf den Übergangspunkt zwischen Baden und der Pfalz dar. Denn hier gibt es eine Fähre: Von den Autofahrern wird sie als alltägliches Verkehrsmittel auf dem Weg nach Karlsruhe genutzt - Radfahrer und Spaziergängern schätzen sie als kleinen Höhepunkt ihres Ausflugs.